Lesen Sie hier, wie sich der zweite Parcours für die olympischen Reiter gestaltete:
Nach dem Start über das erste Hindernis in Richtung Einritt geht es in einem weiten Bogen zu Sprung 2, einer Triplebarre. Diese bedeutet mit den Maßen 1.55m in der Höhe und 1.90 m in der Breite schon eine respektable Aufgabe ganz am Anfang des Kurses. Die Reiter müssen den Schwung von der Triplebarre dann mitnehmen, um mit sechs Galoppsprüngen passend zum Oxer Nr. 3 (1.50 m x 1.60m) zu kommen, dessen sandfarbene Stangen seine Schwierigkeit erhöhen.
Es folgt eine Linkswendung um 90°, und direkt neben dem Wassergraben erscheint mit der Nr. 4 das Hindernis des chinesischen Drachen: Ein schmaler, schwarz-roter Plankensprung, 1.60 m hoch, bei dem die obere Planke leicht gewellt ist. Auch das nächste Hindernis hat das olympische Höchstmaß von 1.60 m.
Danach führt eine Rechtswendung zur ersten von drei zweifachen Kombinationen, Nr.6a als Oxer über einen Wassergraben und mit 6b ein Steilsprung ebenfalls über Wasser. Für manchen Zuschauer war es etwas ungewöhnlich, keine dreifache Kombination im Finalparcours zu sehen. Doch obwohl ungewohnt, war diese regelkonforme Umsetzung durch die Parcoursdesigner eine sehr interessante Variante der Parcoursgestaltung.
Nach dieser ersten Kombination geht es im Rechtsbogen zum breiten Wassergraben, Hindernis Nr. 7. Hier muss richtig Gas gegeben werden - und sofort nach dem Landen lautet die Aufgabe: Schnell wieder Kontrolle haben, denn nach 22.20 m kommt die nächste Zweitfache 8ab, Doppelsteilsprung. Jeder Reiter hatte seinen Plan, manche ritten mit 5, manche mit 6 und einige mit 7 Galoppsprüngen – nicht immer erfolgreich. Der Wassergraben als Kernstück dieser Linie war also eingerahmt von zwei Kombinationen.
Nach einem Linksbogen folgt Oxer Nr. 9, eine richtige Klamotte 1.52 m x1.75 m. Nach dieser Überprüfung des Vermögens und der Sprungkraft folgt eine Präzisionsaufgabe fürs Pferd, in einer sofortigen Rechtswendung geht es zu einem schmalen, 1.60 m hohen Steilsprung im Stil eines roten chinesischen Fächers.
Nach diesem Aufgabenkomplex folgt eine kurze Erholungsphase durch eine längere Galoppierstrecke. Doch schon sehen sich Reiter und Pferd der Schlussaufgabe gegenüber: Hindernis Nr. 11, die 1.60 m hohe Mauer, eines der schönsten Hindernisse hier in Sha Tin. Sie stellt aufeinander gestapelte, bunte Stoffballen dar. Ich bin mir sicher, dass nach den Olympischen Spielen diese Mauer von vielen Kunden bei uns bestellt wird.
Es folgt eine gerade Linie mit vier kurzen Galoppsprüngen zur letzten Zweifachen Nr. 12ab, Doppel-Oxer. Dunkle Stangen ohne Kontraste machen die Aufgabe noch schwerer. Und dann kommt das Schlusshindernis Nr. 13, Steilsprung 1.60 m hoch.
Nach diesen 13 Hindernissen mit 16 Sprüngen haben die Sportler einen insgesamt harmonischer Parcours mit vielen technischen Aufgaben hinter sich gebracht. Die hohen Abmessungen, eine interessante Linienführung und die exakt bemessene erlaubten Zeit von 88 Sekunden, die für manchen Reiter eine zusätzliche Schwierigkeit bedeutete, hatte absolut olympisches Niveau.
Hier finden Sie den Parcoursplan.
|